Sprechen Sie Kebab?
Den Großteil der Woche habe ich damit zugebracht Final Fantasy 3 auf dem DS zu spielen. Das FF-Fieber hat mich von neuem gepackt ^^ Deshalb hab ich mir auch FFX geholt und den neuesten PS2-Emulator, mit dem es "playable" ist. Ich hab mir keine großen Hoffnungen gemacht, weil die Hardwareanforderungen doch recht üppig sind und tatsächlich, auch wenn ich zwischen 25 und 40 Frames pro Sekunde liege, ist es doch noch ein Stückchen hinter den eigentlich erforderlichen 60 FPS, was man vor allem an der etwas langsamen Bewegung der Charaktere merkt. Außerdem sind die Videos krakelig und der Sound dazu stotternd und gerade die Videos machen ja den Charme von Final Fantasy aus.
Dienstag war in Imao-Senseis Unterricht wieder eine Besichtigung angesagt. Diesmal ging es in ein Geschichtsmuseum, dass die Stadtgeschichte von vor Christi bis zur Zeit nach dem 2. Weltkrieg zum Thema hat. Die Führung war aber wenig interessant, zumal das Japanische unter anderem dank vieler Fachbegriffe schwer zu verstehen war. Außerdem sind Museumsführer immer schon beim nächsten Ausstellungsstück, wenn man noch das vorherige ausgiebiger betrachten möchte. Hinterher mussten wir uns als japanische Bedienstete, bzw. Reisebegleiter eines Feudalherren, also mit Schwert, verkleiden. Hinterher hat Imao-Sensei noch ständig Fotos von uns gemacht. Natürlich angefangen bei der Verkleidung, dann draußen vor dem Schild, nochmal vor der Eingangstür, nochmal hinten im Garten auf der einen und nochmal auf der anderen Brücke und natürlich immer zur Sicherheit zweimal. Weil die Sonne mir dabei ständig ins Gesicht schien habe ich jedesmal ein Auge zugekniffen. Weil ich später am Tag mal wieder bis abends spät mit dem Fahrrad unterwegs war und dabei auch zum ersten Mal einen Burger von McDo in Japan hatte (Hamburger kosten übrigens gerade mal 80 Yen, also ca. 60 Cent).
Am Donnerstag habe ich mich meiner ersten von drei großen Hausaufgaben gewidmet (und auch FF3 nebenbei): einem 1000-Zeichen Aufsatz für Kuwabara-Sensei. Freitag habe ich dafür umso weniger geschafft. Ich war aber schon um 9 Uhr an der Uni um den Vorträgen unserer Tutorinnen zur Vorstellung ihrer nun beginnenden Abschlussarbeiten beizuwohnen. Es gab eine Menge interessanter Beiträge, zum Beispiel zur Farbe Grün im Japanischen, Lernstrategien von Ausländern, die Benutzung von verschiedenen Ausdrücken für Ja im Vergleich (Ausländer mit guten und mit schlechten Kenntnissen, sowie Japaner und einmal mit gleichstufigen und einmal mit höherstufigen Leuten). Um halb elf musste ich unterbrechen, weil ich mit Mathestudentinnen von Kurogi-Sensei verabredet war, denen ich bei der Untersuchung der Mathebücher aus Deutschland helfen sollte, die Kurogi-Sensei in Hamburg mit mir zusammen einkaufen gegangen war. Das war sehr interessant und ich die Japanerinnen haben mich ständig gefragt, ob dies und jenes an meiner Schule genauso war, aber ich weiß doch jetzt nicht mehr, wie mein Unterricht in der Grundschule war... Natürlich ist man auch öfters mal vom Thema abgewichen ^^ Danach bin ich wieder zu den Vorträgen und zwar gerade rechtzeitig vor dem ersten Vortrag unserer Tutorinnen. Ich war bis 4 Uhr dort geblieben, hatte anschließend in der Mensa gegessen und in der darüber liegenden Buchhandlung eine Videospielezeitschrift und meinen ersten japanischen Roman (Instooru - Install) gekauft. Ich hab natürlich noch nicht sehr viel gelesen ^^ Abends hab ich dann noch ne Stunde mit Ronja geskypet und anschließend war ich bei Elena, weil Lars und Kathrin vorbei gekommen sind und die Französin Magali mitgebracht hatten. Also nix Hausaufgaben.
Heute hatte ich dann fest vor zumindest den Imao-Sensei Aufsatz (1200 Zeichen) zur Museumsbesichtigung zu schreiben. Als erstes hab ich mich aber mit Aika an der Uni getroffen um zum Ekimae zu fahren und Tickets zu kaufen (sie für eine Fahrt nach Kobe, ich für die Fahrt nach Tokyo). Wir waren gerade rechtzeitig um eine kostenlose Schüssel eines Krebsgerichtes zu erhaschen, die auf 300 Mann limitiert war. Die Suppe war etwas wässrig und der Reis auch nicht sehr geschmacksreich, aber das Krebsfleisch war durchaus lecker, auch wenn Aika es erstmal für mich aus dem abgehackten Arm des toten Tieres rauspulen musste. Wir waren dann noch bei Seattles Best Coffee, wo ich einen ziemlich riesigen Becher Maccha (grüner Tee mit Milch, glaube ich) mit extrem viel Sahne hatte, die ich erstmal hineinmischen musste, weil ich Sahne so nicht wirklich mag. Wir haben noch ne Stunde auf dem Parkplatz, wo ihr Auto stand gequatscht, und ich konnte sie endgültig überzeugen mit mir Tandem zu machen, weil sie jetzt auch verstanden hat, dass Tandem nicht anders ist, als eine Stunde auf dem Parkplatz zu verquatschen, nur halt etwas bequemer, mit Tischen und Stühlen. Danach habe ich meinen Aufsatz geschrieben, bei dem ich mich hauptsächlich über die unkonkrete Aufgabenstellung (was ist bitte eine Besichtigungsbericht? Schreibt man sowas nicht eher in der 6. Klasse?) ausgelassen habe und darüber, dass alle Texte, die wir bisher eingereicht haben im Nirvana verschwunden und nicht wieder gesehen wurden. Ich wüsste schon gerne, was richtig und falsch, was gut und schlecht war. Danach musste ich dringend was essen und hab mich entschieden, mal den ominösen Laden namens "Captain Kebab" auszuprobieren. Es gab dort tatsächlich Döner, anders, aber Döner, ohne Knobi-Sauce, aber Döner, mit kalter Teigtasche, aber Döner. Also viel Kraut, Tomaten, Gurken, Salat, Fleischstücke und Sauce (die man auswählen konnte). Ich hab dann noch ne ganze Weile mit dem Ladenbesitzer geplaudert, der mich erst für einen Englischlehrer hielt, von denen er wohl mehrere als Gäste hat. Es stellte sich auch heraus, dass er Sandra, eine unserer Vorgängerinnen aus Hamburg, kannte. Die Idee mit dem Kebab-Laden kam ihm übrigens in Australien.
Übrigens ist Fukui ein gefährliches Fleckchen Erde und ich rede nicht von den Polizeisirenen, die ich heute morgen gehört habe. Es gehen einige Triebtäter um, wie es scheint, vor allem in der Nähe des Studentenwohnheims, ganz in der Nähe, wo auch Kathrin und Lars wohnen. Nachdem sowohl Lars Tutorin Yoshimi als auch eine ihrer Freundinnen bereits vor dem Wohnheim von einem Mann im Auto am Arm festgehalten wurden ist vorgestern etwas noch schlimmeres passiert: die Taiwanesin Kinky ist angegriffen worden, auf dem Weg vom Supermarkt zum Wohnheim (5 Minuten Fußweg vielleicht) und das zwischen 19 und 20 Uhr, also nicht wirklich spät. Ein Fremder hatte sie erst angesprochen und hatte sich dann von hinten angeschlichen und ihr ein Taschentuch vor den Mund gehalten. Zum Glück hatte Kinky durch einen Schrei auf sich aufmerksam gemacht und als ein Fahrradfahrer kam, ist der Täter schnell abgehauen. Die Polizei wurde informiert und fährt jetzt vermutlich vermehrt Streife dort. Der Triebtäter sollte besser aufpassen, dass unser koreanischer Freund Han, ein durchtrainierter Kampfsportler, der mit Kinky befreundet ist, ihn nicht zuerst erwischt, denn dann kann er seine Strafe im Krankenhaus abliegen!








