Samstag, November 25, 2006

Sprechen Sie Kebab?

Den Großteil der Woche habe ich damit zugebracht Final Fantasy 3 auf dem DS zu spielen. Das FF-Fieber hat mich von neuem gepackt ^^ Deshalb hab ich mir auch FFX geholt und den neuesten PS2-Emulator, mit dem es "playable" ist. Ich hab mir keine großen Hoffnungen gemacht, weil die Hardwareanforderungen doch recht üppig sind und tatsächlich, auch wenn ich zwischen 25 und 40 Frames pro Sekunde liege, ist es doch noch ein Stückchen hinter den eigentlich erforderlichen 60 FPS, was man vor allem an der etwas langsamen Bewegung der Charaktere merkt. Außerdem sind die Videos krakelig und der Sound dazu stotternd und gerade die Videos machen ja den Charme von Final Fantasy aus.

Dienstag war in Imao-Senseis Unterricht wieder eine Besichtigung angesagt. Diesmal ging es in ein Geschichtsmuseum, dass die Stadtgeschichte von vor Christi bis zur Zeit nach dem 2. Weltkrieg zum Thema hat. Die Führung war aber wenig interessant, zumal das Japanische unter anderem dank vieler Fachbegriffe schwer zu verstehen war. Außerdem sind Museumsführer immer schon beim nächsten Ausstellungsstück, wenn man noch das vorherige ausgiebiger betrachten möchte. Hinterher mussten wir uns als japanische Bedienstete, bzw. Reisebegleiter eines Feudalherren, also mit Schwert, verkleiden. Hinterher hat Imao-Sensei noch ständig Fotos von uns gemacht. Natürlich angefangen bei der Verkleidung, dann draußen vor dem Schild, nochmal vor der Eingangstür, nochmal hinten im Garten auf der einen und nochmal auf der anderen Brücke und natürlich immer zur Sicherheit zweimal. Weil die Sonne mir dabei ständig ins Gesicht schien habe ich jedesmal ein Auge zugekniffen. Weil ich später am Tag mal wieder bis abends spät mit dem Fahrrad unterwegs war und dabei auch zum ersten Mal einen Burger von McDo in Japan hatte (Hamburger kosten übrigens gerade mal 80 Yen, also ca. 60 Cent).

Am Donnerstag habe ich mich meiner ersten von drei großen Hausaufgaben gewidmet (und auch FF3 nebenbei): einem 1000-Zeichen Aufsatz für Kuwabara-Sensei. Freitag habe ich dafür umso weniger geschafft. Ich war aber schon um 9 Uhr an der Uni um den Vorträgen unserer Tutorinnen zur Vorstellung ihrer nun beginnenden Abschlussarbeiten beizuwohnen. Es gab eine Menge interessanter Beiträge, zum Beispiel zur Farbe Grün im Japanischen, Lernstrategien von Ausländern, die Benutzung von verschiedenen Ausdrücken für Ja im Vergleich (Ausländer mit guten und mit schlechten Kenntnissen, sowie Japaner und einmal mit gleichstufigen und einmal mit höherstufigen Leuten). Um halb elf musste ich unterbrechen, weil ich mit Mathestudentinnen von Kurogi-Sensei verabredet war, denen ich bei der Untersuchung der Mathebücher aus Deutschland helfen sollte, die Kurogi-Sensei in Hamburg mit mir zusammen einkaufen gegangen war. Das war sehr interessant und ich die Japanerinnen haben mich ständig gefragt, ob dies und jenes an meiner Schule genauso war, aber ich weiß doch jetzt nicht mehr, wie mein Unterricht in der Grundschule war... Natürlich ist man auch öfters mal vom Thema abgewichen ^^ Danach bin ich wieder zu den Vorträgen und zwar gerade rechtzeitig vor dem ersten Vortrag unserer Tutorinnen. Ich war bis 4 Uhr dort geblieben, hatte anschließend in der Mensa gegessen und in der darüber liegenden Buchhandlung eine Videospielezeitschrift und meinen ersten japanischen Roman (Instooru - Install) gekauft. Ich hab natürlich noch nicht sehr viel gelesen ^^ Abends hab ich dann noch ne Stunde mit Ronja geskypet und anschließend war ich bei Elena, weil Lars und Kathrin vorbei gekommen sind und die Französin Magali mitgebracht hatten. Also nix Hausaufgaben.

Heute hatte ich dann fest vor zumindest den Imao-Sensei Aufsatz (1200 Zeichen) zur Museumsbesichtigung zu schreiben. Als erstes hab ich mich aber mit Aika an der Uni getroffen um zum Ekimae zu fahren und Tickets zu kaufen (sie für eine Fahrt nach Kobe, ich für die Fahrt nach Tokyo). Wir waren gerade rechtzeitig um eine kostenlose Schüssel eines Krebsgerichtes zu erhaschen, die auf 300 Mann limitiert war. Die Suppe war etwas wässrig und der Reis auch nicht sehr geschmacksreich, aber das Krebsfleisch war durchaus lecker, auch wenn Aika es erstmal für mich aus dem abgehackten Arm des toten Tieres rauspulen musste. Wir waren dann noch bei Seattles Best Coffee, wo ich einen ziemlich riesigen Becher Maccha (grüner Tee mit Milch, glaube ich) mit extrem viel Sahne hatte, die ich erstmal hineinmischen musste, weil ich Sahne so nicht wirklich mag. Wir haben noch ne Stunde auf dem Parkplatz, wo ihr Auto stand gequatscht, und ich konnte sie endgültig überzeugen mit mir Tandem zu machen, weil sie jetzt auch verstanden hat, dass Tandem nicht anders ist, als eine Stunde auf dem Parkplatz zu verquatschen, nur halt etwas bequemer, mit Tischen und Stühlen. Danach habe ich meinen Aufsatz geschrieben, bei dem ich mich hauptsächlich über die unkonkrete Aufgabenstellung (was ist bitte eine Besichtigungsbericht? Schreibt man sowas nicht eher in der 6. Klasse?) ausgelassen habe und darüber, dass alle Texte, die wir bisher eingereicht haben im Nirvana verschwunden und nicht wieder gesehen wurden. Ich wüsste schon gerne, was richtig und falsch, was gut und schlecht war. Danach musste ich dringend was essen und hab mich entschieden, mal den ominösen Laden namens "Captain Kebab" auszuprobieren. Es gab dort tatsächlich Döner, anders, aber Döner, ohne Knobi-Sauce, aber Döner, mit kalter Teigtasche, aber Döner. Also viel Kraut, Tomaten, Gurken, Salat, Fleischstücke und Sauce (die man auswählen konnte). Ich hab dann noch ne ganze Weile mit dem Ladenbesitzer geplaudert, der mich erst für einen Englischlehrer hielt, von denen er wohl mehrere als Gäste hat. Es stellte sich auch heraus, dass er Sandra, eine unserer Vorgängerinnen aus Hamburg, kannte. Die Idee mit dem Kebab-Laden kam ihm übrigens in Australien.

Übrigens ist Fukui ein gefährliches Fleckchen Erde und ich rede nicht von den Polizeisirenen, die ich heute morgen gehört habe. Es gehen einige Triebtäter um, wie es scheint, vor allem in der Nähe des Studentenwohnheims, ganz in der Nähe, wo auch Kathrin und Lars wohnen. Nachdem sowohl Lars Tutorin Yoshimi als auch eine ihrer Freundinnen bereits vor dem Wohnheim von einem Mann im Auto am Arm festgehalten wurden ist vorgestern etwas noch schlimmeres passiert: die Taiwanesin Kinky ist angegriffen worden, auf dem Weg vom Supermarkt zum Wohnheim (5 Minuten Fußweg vielleicht) und das zwischen 19 und 20 Uhr, also nicht wirklich spät. Ein Fremder hatte sie erst angesprochen und hatte sich dann von hinten angeschlichen und ihr ein Taschentuch vor den Mund gehalten. Zum Glück hatte Kinky durch einen Schrei auf sich aufmerksam gemacht und als ein Fahrradfahrer kam, ist der Täter schnell abgehauen. Die Polizei wurde informiert und fährt jetzt vermutlich vermehrt Streife dort. Der Triebtäter sollte besser aufpassen, dass unser koreanischer Freund Han, ein durchtrainierter Kampfsportler, der mit Kinky befreundet ist, ihn nicht zuerst erwischt, denn dann kann er seine Strafe im Krankenhaus abliegen!

Samstag, November 18, 2006

Bilder von Eiheiji und Sabae

Hier die Fotos zum Eintrag "Fukui-Ken" weiter unten:



Lars und unsere Tutorinnen, Yoshimi (Lars), Mayumi (Elena), Aika (yours truly), Naoko (Kathrin) vor dem Eiheiji


Berühmte Buddhastatue auf dem Eiheiji-Gelände - beliebtes Kalendar-Motiv (@Doro und Danny) ^^


Szenerie im Inneren des Eiheiji


Die Hamburg-Gang im Eiheiji - Kathrin, Lars und Elena (vlnr)


Im Eiheiji gesehen - eine buddhistische Erklärung für die Oredntlichkeit der Japaner im Umgang mit ihren Schuhen


Musik auf dem Momijimatsuri im Nishiyamakouen. Im Hintergrund sind drei Shamisen und eine Shakuhachi zu sehen


Bunte Koi in einem Teich im Nishiyamakouen


Ein kleiner Wasserfall im Nishiyamakouen

Fukui-Ken

Mittwoch 14:30 Uhr, der Unterricht ist zu Ende und das Wochenende beginnt. So schön kann es sein, wenn der einzige Unterricht am Donnerstag ausfällt :-) Okay, ab und an war's auch etwas langweilig, aber weil ich mich in letzter Zeit wieder mit Vieospielen beschäftige, bekomme ich die Zeit schon tot geschlagen. Weil ich am Donnerstag dann überhaupt nix vor hatte, habe ich mal kurzerhand die Hamburger Gang zusammengetrommelt für einen Spieleabend. Lars war gleich als erster da und ich hab ihm erstmal ein paar Spiele am DS gezeigt, weil ich gerade am daddeln war. Der Ärmste war auf Entzug und hatte seit seiner Ankunft in Japan kein Videospiel mehr gespielt. Als Kathrin dazu kam habe ich den beiden dann auch noch mal meinen Projektkursfilm gezeigt und danach das Dragon Quest Spiel. Jeder hat sich natürlich einmal daran versucht und alle hatten ihren Spaß dabei. Elena kam erst spät dazu, weil sie noch Tandem hatte. Umso inbrünstiger stürzte sie sich dann mit dem kleinen Plastikschwert auf die kleinen blauen Schleimkugeln am Bildschirm in einem der Minigames und stieß so nette Kampfschreie wie "Who's your Momma?!" aus ^^ Danach haben wir wieder eine Runde Siedler gespielt und ich glaube, ich muss Elena die Regeln vielleicht nochmal genauer erläutern, damit sie nicht mehr mitten in der Runde anderer Leute ruft "Ich will jetzt was bauen!" ^^ Naja, sie war auf Schoki und Sake, das ist schon ne üble Mischung ;-)

Am Freitag trafen wir uns um 10 Uhr an der Uni. Nachdem wir erstmal Aika zum Geburtstag gratuliert und unsere Geschenke überreicht hatten (bei dem Marzipan in Form zweier Früchte an einem Zweig, fragte Aika mehrmals nach, ob man das wirklich essen könne) ging es mit der Bahn los Richtung Eiheiji, einem der berühmtesten Tempel Japans der in Fukui-Ken (Ken = Präfektur) liegt. In Eiheiji-Shi (Shi = Stadt) angekommen mussten wir auf den Bus warten der eine Viertelstunde zu spät kam und bereit voll war. Außer uns waren hauptsächlich Rentner im Bus und auch in Eiheiji haben wir kaum junge Leute gesehen. Die Tempelanlage war riesig im Vergleich zu den Tempeln, die ich bisher gesehen hatte. Außerdem hab ich zum ersten Mal buddhistische Mönche in Japan live gesehen. Am Eingang zum Tempel mussten wir die Schuhe ausziehen, in bereitliegende Plastiktüten stecken und fortwährend mit uns mitschleppen. Der Boden war saukalt und mir taten vor allem Aika und Yoshimi leid, die nun barfuß über das kalte Holz tapsten. Kathrin hatte auf diesem Trip zum ersten Mal ihre dicke Spiegelreflex-Kamera benutzen können, die erst kürzlich aus Deutschland ankam. Sie sah sehr professionell damit aus. Nach der Tour und dem Kauf einiger Omiyage, hauptsächlich Omamori (Glücksbringer/Talismane), ging es dann zur Bushaltestelle. Auf dem Weg durch Eiheiji-Shi sah man links und rechts überall nur Omiyage-Läden, meisten mit exakt denselben Waren im Angebot. Hier und da ein kleiner Imbiss oder Eisladen oder am besten alles drei in einem. Man merkt, dass der Ort fast nur von Tourismus lebt.

Heute morgen bin ich wieder um 10 Uhr an der Uni verabredet gewesen. Aika wollte mir den Nishiyama Park in Sabae zeigen, der nächsten Stadt südlich von Fukui, die nah an ihrem Haus liegt. Es war ein recht kleiner Park über einen durch eine Straße zwegeteilten Berg verteilt verbunden mit einer modern gestalteten Brücke in Weiß und Violett. Auf der einen Seite gab es einen kleinen Zoo, Eintritt kostenfrei, in dem es Kraniche, Fasane, Affen (die tierisch laut geheult haben) und Ressa Panda (vielleicht auch Lesser Panda, das weiß man hier ja nie so genau), absolut niedliche Tiere, die ein wenig wie eine Mischung aus Waschbär, Katze und, naja, eben Panda aussahen. Die sahen richtig knuffig aus mit ihrem wuscheligen Fell. Mitnehmen durfte man sie leider nicht und ein Preis stand auch nicht dran. Danach sind wir zur anderen Seite rüber. Dort war gerade Momijimatsuri (Das Ahorn-Fest, bzw. Herbstlaub-Fest). Sie hatten dort eine kleine Bühne auf der traditionelle Künste wie Musik und Tanz aufgeführt wurden. Danach haben wir uns noch einen kleinen Teich mit unheimlich vielen bunten Koi gesehen. Gold, Weiß, Rot, Orange, Schwarz und alle erdenklichen Mischungen dieser Farben. Leider war es sehr warm die letzte Zeit so dass die Bäume noch weitestgehend grün waren. Eigentlich war vor allem der Ausflug zum Eiheiji auch dazu gedacht, das Herbstlaub zu bewundern, das aber noch nicht so herbstlich aussah. Naja, kommt ja noch, und ich bin nicht unglücklich mit den warmen Temperaturen gewesen ^^

Dienstag, November 14, 2006

Ein faules Wochenende

Ich hab sehr wenig Hausaufgaben aufgehabt (soll heißen, keine Aufsätze über mehrere Hundert Zeichen) und auch sonst keine Pläne mit Ausnahme von Kathrins Geburtstagsparty. Die Party ging von ca. 19 Uhr bis ungefähr halb 2 Uhr nachts und abgesehen von uns 5 Deutschen (Kathrin, Lars, Elena, Elenas Freundin Bianca und ich) ist niemand wirklich solange da geblieben. Zu Anfang waren Han (aus Korea), Kinky (aus Taiwan), Mayumi (Elenas Tutorin), Fuyumi und eine Summer School Tutantin von Kathrin aus Fukui gekommen. Han ging als erstes, weil es Streit im Wohnheim gab. Irgendwann nach 22 Uhr brachen die drei Japanerinnen auf, weil Fuyumi am nächsten Tag früh los musste. Kurz davor kam Ma- Makushima... Maxima... Max... wie auch immer, jedenfalls ein Freund von Han und Japaner kam, gesellte sich dazu und ging nach anderthalb Stunden wieder. Irgendwann vor elf kam auch noch Yoshimi (Lars Tutorin) dazu. Also ein ständiges Kommen und Gehen ^^ War aber lustig und es gab unter anderem selbstgebackene Plätzchen (von Haruka glaube ich hieß sie...) und eine selbstgemachte Torte von Mayumi.

Den Rest des Wochenendes habe ich viel geschlafen, etwas mehr gedaddelt und hab kaum einen Schritt vor die Tür gemacht. Ich wollte an einem Tag und bin auch mit dem Fahrrad los, aber weil es geregnet hatte, habe ich es kurz gemacht. Das ganze WE hatte ich wenig Lust irgendwas zu tun und fühlte mich auch leicht erkältet (kein Wunder, wenn man jeden Morgen in einem 15 Grad kalten Zimmer aufwacht, weil es nicht gut ist, die ganze Nacht lang die Klimaanlage anzulassen). Am Montag gab es dann keinen normalen Unterricht bei Hayashi Sensei sondern eine verlängerte Stunde zum Film gucken (Die letzten Tage der Sophie Scholl, zu dem Buch das wir gerade lesen, "Die weiße Rose"). Weil ich gesagt hatte, dass mein Wochenende kalt und einsam war, kam Aika nachher mit Nikuman vorbei damit mir warm wird und ich nicht so einsam bin ^^ Ich hab ihr dann erstmal die Fotos von meinem Abiturjahrgang gezeigt (Sie fand bestimmt jeden zweiten Jungen かっこいい, heißt wörtlich sowas wie "von guter Statur" und wird als modischer Ausdruck häufig für gut/fesch aussehende Jungs/Männer verwendet, häufig mit "cool" übersetzt) und danach noch unsere Filme aus dem Projektkurs im 13. Jahrgang, die sie seltsam fand ^^ Okay, der eine Film war auch ein Kunstfilm und der Film, an dem ich mitgewirkt habe, war eben stark durch meine Ideen geprägt ;-)

Donnerstag, November 09, 2006

Doitsu ha yappari chigau!

Dienstag Morgen erhielt ich eine Mail von Aika, die mir schrieb, dass es nun Winteranfang sei und ich mich warm anziehen sollte. Ich hab dann den Wetterkanal eingeschaltet und auch dort wurde der Winteranfang verkündet. Es sollten so ca. bis zu 12 Grad werden und dazu wehte dann ein starker, kalter Wind mit vereinzeltem Regen, der allen Japanern die Regenschirme umknickte, während ich in meine Regenjacke eingewickelt trocken meines Weges ging. Wir hatten dann am Nachmittag mehrmals große und äußerst klare Regenbögen am Himmel. Als ich nach Hause kam, lag die Temperatur bei ca. 15 Grad - in der Wohnung wohl gemerkt!

Am Montag, glaube ich, hab ich mir ein zweites, grosses Regal aus Metall geholt, so dass meine Wohnung inzwischen recht aufgeräumt aussieht. Naja, mit Ausnahme der Küche, in der ich meinen Müll lagere ^^ Ausserdem habe ich meine Schuhe durch neue ersetzt, da der rechte Schuh schon seit nem guten Monat eine durchgebrochene Sohle hat und immer das Wasser aufsog, wenn ich in eine Pfütze trat. Jetzt habe ich Turnschuhe ohne richtigen Verschluss, zum schnellen rein- und rausschlüpfen - in Japan sehr nützlich.

Am Mittwoch hatte ich meine zweite Rede halten müssen, diesmal über das deutsche Schulsystem, dass sich ja doch recht deutlich vom japanischen unterscheidet. Die Lehrerin des Kurses hatte Lars, Kathrin und mich sowie die Amerikanerin Anna und zwei Chinesinnen zu einer Diskussionsrunde für heute eingeladen, in der es um allgemeine Kurse an Unis ging, allgemein in dem Sinne, dass alle daran teilnehmen können und teils müssen. Auch da entpuppte sich das deutsche System, in dem so etwas fehlt als anders. Deutschland ist halt anders - Doitsu ha yappari chigau. Die Lehrerin Kuwabara fand es aber sehr interessant und auch die anderen Studenten waren recht überrascht, wie es denn an unserer Uni zugeht ^^

Montag, November 06, 2006

Wieder eine Woche rum

Nachdem ich am Sonntag unterwegs war und und einiges gefunden hatte, was ich kaufen wollte, bin ich gleich am folgenden Montag mit Aika losgezogen, dem Tag, an dem mein erstes Stipendiumsgeld auf meinem Konto einging und ich mir all diese Ausgaben endlich leisten konnte, um alles mögliche zu kaufen. Ich habe einen Kühlschrank, einen Fernseher und Diverses für Küche und Haushalt gekauft. Der Kühlschrank ist vor ein paar Minuten geliefert worden. Für den Fernseher hab ich mir auch gleich eine Fernsehzeitschrift gekauft um die Kanäle anhand des Programms ausfindig zu machen, da nämlich kaum ein Sender ein eigenes Symbol hat, wie man es aus Deutschland kennt. Die Sender, die ein Symbol haben sind hauptsächlich solche wie CNBC, CNN, QVC, Cartoon Network, etc. also vor allem die, die aus den USA stammen. 10 meiner 23 Kanäle waren auch in der Zeitschrift vertreten, aber für Sender wie CNN, QVC, Golf Network oder dem Wetterkanal (rund um die Uhr nur Wetter, durchaus nützlich, bei dem wechselhaften Wetter hier) braucht man auch keine Programmzeitschrift. Ich hab mir dann auch gleich am nächsten Tag mein erstes Videospiel geholt: Dragon Quest Shinken, ein lustiges Einzelspiel zum direkt an den Fernseher anschliessen, bei dem man mit einem kleinen Plastikschwert vor dem Fernseher durch die Luft fuchtelt um die Gegner zu schlagen. Sehr lustig. Kannte es ja schon, weil Lasse es aus Japan mitgebracht hatte.

Am Mittwoch Abend kam Doro in Fukui an. Wir sind dann noch gleich am Abend mit Elenas neuem Fahrrad und meinem los um noch einzukaufen. Doro hat die ganze Zeit über fleissig gekocht ^^ Allerdings hatte ich gar nichts. Kein Brett zum Schneiden, kein Salz oder Pfeffer, kein Öl, keine Soja-Soße und noch keinen Kühlschrank (deshalb musste so einiges auf dem Balkon übernachten). Am Donnerstag war Doro mit an der Uni beim Unterricht von Herrn Hayashi. Unsere Uni hier gesehen zu haben hat sie irgendwie dazu gebracht, ihre Uni in Nagoya mehr zu schätzen. Naja, so schlimm finde ich unsere Uni nicht ^^ Gleich im Anschluss sind wir dann mit Kathrin, Lars, Mayumi, Naoko und Aika zum Karaoke gefahren. Dort konnten Doro und ich endlich mal Ishin Denshin von Orange Range singen. Findet man in Deutschland ja nicht. Genghis Khan haben wir auch gesungen, weil es (angeblich) das einzige deutsche Lied dort ist. Vollauf begeister war ich dann, als ich sogar ein paar Lieder von Susumu Hirasawa entdeckte. Mir würde eher der Himmel auf den Kopf fallen, als dass ich sowas in Hamburg finden würde. Ich hab die Leute aber nur mit einem seiner Lieder gequält, bei dem ich die Melodie aber nicht mehr so gut kannte ^^ Aika hatte den Abend eine Erkältung, wollte aber trotzdem nicht absagen (sie war eine der beiden Fahrerinnen), weil Doro zu Besuch in Fukui war. Sie hatte aber letztlich 39,4 Grad Fieber gehabt! Da hatte ich natürlich ein schlechtes Gewissen. Am Abend habe ich dann Doro noch das Vergnügungsviertel in der Innenstadt Fukuis, Katamachi, gezeigt, weil sie es sehen wollte. Ich hab ihr auch den Kugelfisch gezeigt, der in einem Aquarium in einem Schaufenster steht. Den Freitag saßen wir fast den ganzen Tag drinnen, Doro machte ihre mitgebrachten Hausaufgaben, mit denen sie längst nicht durchgekommen ist (ich wrde unter der Last an Hausaufgaben in Nagoya zusammenbrechen), und ich war ausgelaugt und lag teils mit Kopfschmerzen und unwohlem Gefühl im Bauch auf dem Bett, ich meine Futon. Vermutlich rang mein Immunsystem mit demselben Virus, das schon Aika, Yoshimi und auch Kathrin befallen hatte. Ging mir aber tags drauf schon besser. Wir sind am Samstag spontan um halb eins (mittags) ins Kino gegangen und haben Death Note geschaut, eine japanische Mangaverfilmung. Hab aber nicht sehr viel verstanden. Wäre noch weniger gewesen, wenn ich nicht schon von Andi etwas über den Manga gehört hätte. Danach hieß es schnell Sachen packen, Omiyage kaufen und ab zum Bus Temrinal um Doro weg zu bringen.

An dem Wochenende habe ich gemerkt, wie klein meine Wohnung wirklich ist. Vor allem mit allen Sachen auf dem Boden verstreut sah es sehr schlimm aus. Auch die Küche bietet zu wenig Arbeitsfläche für großes Kochen. Ich hab mir dann Am Sonntag erstmal einen kleinen Schrank geholt, der erste übrigens, den ich alleine zusammangeschraubt habe. Später am Sonntag kam dann eine Freundin von Elena an (Elena hatte übrigens das ganze Wochenende hart mit ihrem Laptop zu kämpfen und kämpft immer noch. Sie hatte sich für ihr Handy ein Kabel und Software zur Verbindung mit dem Laptop geholt. Das funktionierte aber nicht bei ihr, bei mir allerdings schon. Deshalb ging sie damit zu einem Computerladen. Der hat ihr erstmal die Service Packs 1 und 2 und die Software installiert und 10.000 Yen verlangt, ca. 70 Euro, schön und gut, aber danach funktionierten keine Audioaufnahmen mehr am Laptop und Elena ist nebenbei auch Musikerin und nimmt gerne mal ein paar Sachen mit dem Mischpult auf. Noch ist das Problem nicht gelöst...) Wir sind dann mit Kathrin zusammen losgezogen um etwas zu trinken (ich natürlich alkoholfrei, wie es sich gehört). Wir sind dann in einen Laden in der Nähe gegangen, der sich als Sushi Restaurant entpuppte. Da wir auch schon gleich etwas serviert bekamen, wollten wir dann auch nicht gleich wieder gehen, trotz der hohen Getränkepreise. Wir bestellten also ein Getränk jeweils. Nach einer Weile meinte Elena wir sollten das uns Servierte essen, weil es ein Willkommensgruß des Hauses sei. Es waren 4 Stücke rohen Tintenfischs. Nach drei Stück überlass ich das letzte Elenas Freundin. Eklig ist vor allem die Konsistenz, weil es so extrem zäh und glibschig ist, das man es kaum zerkauen kann. Und der Geschmack überzeugt mich auch nicht wirklich. Am Ende mussten wir aber 320 Yen (ca. 2 Euro) für jede Portion des nicht bestellten Tintenfischs zahlen. Daraufhin beschlossen wir einstimmig, dieses Etablissement kein zweites Mal mehr aufzusuchen.