Freitag, Dezember 29, 2006

Live aus Osaka

Naja... Ich werde wohl nicht so weit kommen, aus Osaka tatsaechlich zu berichten, denn zunaechst bin ich ja am 22. abends mit dem Nachtbus nach Tokyo aufgebrochen. Die Busfahrt war unbequem. Ich hatte zwar einen Einzelplatz (es gab drei Einzelreihen) mit viel Beinfreiheit und einer parat liegenden Decke aber letztlich konnte ich kaum schlafen und hatte Nacken- und Rueckenschmerzen. Angekommen bin ich dann 6 Uhr morgens in Shinjuku, wo mich dann nach einiger Zeit, da Zeit und Ort spontan geandert wurden (ich bin schon in Shinjuku ausgestiegen statt bis zum Tokyo-Bahnhof durchzufahren), von Doro abgeholt wurde. Wir sind dann zu den anderen gestossen und haben erstmal unser Gepaeck zum Hotel gebracht. Das Hotel war uebrigens sehr neu und sauber mit eingebautem Cafe. Unser Zimmer hatte zwei Doppelbetten von denen nur drei belegt waren (Sven, Mercy und ich). Timo und Doreen hatten ein eigenes Zimmer, Bentou und Caro waren woanders in einem Hotel, Ronja und Dannz waren in einer Wohnung von einem Freund von Dannz und Doro war bei einer Freundin untergekommen.

Als erstes ging es nach Asakusa, wo ein grosses rotes Toori (Kaminari-Mon = Donner-Tor) mit einem riesigen Lampignon steht. Dahinter erstreckte sich eine lange Strasse mit lauter Touristenlaeden die zum dahinter liegenden Schrein fuehrte, den wir im Anschluss besichtigten. Als nachstes ging es dann zum beruhmten Yasukuni-Schrein, wo unter den dort verehrten Ahnen auch Klasse A Kriegsverbrecher dazugehoeren. Er ist deshalb sehr beruehmt, weil japanische Premierminister immer wieder dorthin fahren und die Ahnen verehren, was in China, Korea und dem sonstigen asiatischen Umland auf Empoerung stoesst, da diese Laender unter diesen Kriegsverbrechern waehrend des Zweiten Weltkriegs gelitten haben. Der Schrein sah aber nicht allzu spannend aus, eher typisch, wie alle anderen groesseren Schreine in Japan. Danach ging es zurueck ins Hotel, wo wir nun endlich einchecken konnten und uns erstmal ausgeruht haben, bevor es schon wieder weiter zu Fuss von unserem Stadtteil Jimbouchou (einem Viertel das fuer seine unzaehligen Buchhandlungen beruehmt ist) zu einer anderen Bahnstation gingen, wo wir uns treffen wollten um zum Tokyo Dome zu gehen. Der Treffpunkt wurde dann aber verlegt und wir mussten von der Station zum Dome selbst gehen, was sich als Umweg herausstellte.

Der Tokyo-Dome ist eine Mischung aus Einkaufszentrum und Vergnuegunspark. Es gibt mehrere Attraktionen unter anderem auch eine Achterbahn und unzaehlige Restaurants. Der Dome an sich ist ein grosses Stadion. Sehr schoen waren die Wasserspiele dort. Natuerlich war auch noch alles weihnachtlich geschmueckt. Passende Bilder gibt es, wenn ich zurueck in Fukui bin. Im Dome ist dann auch noch Akko dazugekommen, eine Japanerin von der letztjaehrigen Summer School. Zu Abend haben wir dann McDo gegessen. Zurueck im Hotel hab ich mich erstmal hingelegt und war froh endlich den vermissten Schlaf nachholen zu koennen.

Nach dem ersten Tag war schon klar: Tokyo ist riesig und bunt. An das Verkehrssystem mit den vielen Bahnlinien musste ich mich erst gewoehnen und normale Supermaerkte gibt es in der Innenstadt so gut wie gar nicht. Dafuer an jeder zweiten Ecke einen Combini (Convenience Store 24h geoeffnet). Die Gebauede sind im Schnitt sehr hoch und recht neu. Eine schoene Stadt in der es sehr viel zu sehen gibt.

Am zweiten Tag ging es nach Harajuku, wo wir uns vor Snoopy Town, einem Shop in dem alles Snoopy und Co. Merchandise war. Sogar Suessigkeiten mit Snoopy vorn drauf (und dem selben Inhalt den man in jedem Super Markt bekommt) wurden dort verkauft. Nach dem Treffen trennten wir uns wieder um die Gegend zu erkunden. Ronja und ich haben erstmal Doener gegessen (hergestellt von echten Tuerken und mit vernuenftigem Geschmack) und sind dann durch eine eher enge aber hoffnungslos ueberfuellte Seitenstrasse geschlendert, wo Ronja sich mit Fanartikeln zu ihrer Lieblingsband w-inds eindecken konnte ^^ Nachdem sich alle wieder zusammengefunden hatten ging es zu der Bruecke auf der sich jedes Wochenende Cosplayer (Leute in Anime- und anderen Kostuemen) zur Schau stellen. Anschliessend sind wir durch den Yoyogi Park zum Meiji Schrein gegangen. Die Anlage war groesser und schoener als die vom Yasukuni. Anschliessend ging es zu Fuss weiter nach Shibuya, dem Stadtteil Japan den alle kennen. Dort sind naemlich die riesigen Bildschirme an den Hochhaeusern befestigt. Das ist Tokyo wie man es sich vorstellt. Alles blinkt und leuchtet und ueberall Menschen. Es war ja auch Heiligabend. Ronja, Doro, Aiko (bei der Doro uebernachtet hat) und ich sind herumgelaufen, haben uns einen riesigen Manga- Anime- Viedeospielladen im zweiten Untergeschoss eines Gebaeudes angeschaut (man musste ewig lang die Treppe runter dafuer), danach kurz in ein Game Center, weil ich unbedingt ein bisschen daddeln wollte und anschliessend zum Karaoke. Wir waren leider nur im zweiten Stock, hatte naber dennoch eine nette Aussicht aus dem Fenster auf die belebten Strassen Shibuyas zur Weihnachtszeit. Am Treffpunkt bei der Hundestatue Hachiko an dem Platz mit den oben besagten Bildschirmen haben Ronja und ich unsere Begleitung sogar auf der Kreunzung im Menschenstrom verloren. Zu zwoelft (Doro, Ronja, Aiko, Akko, Sven, Doreen, Timo, Bento, Caro, Danny, Mercy und ich) zogen wir dann los um einen Platz fuer Yulklapp (oder wie auch immer man das schreibt) zu finden. Da es aber in der naeheren Umgebung zu voll war und spaeter die Laeden um 8 schlossen - es war schon halb acht - dauerte es bis wir uns in einem Starbucks, das bis 9 geoffnet hatte niederliessen. Es stiess dann auch noch Marlies, eine Freundin von Doro aus Nagoya, dazu so dass wir mit 13 Leuten im Starbucks sassen und Geschenke austauschten. Und das war dann unser Weihnachten.

Tags drauf gingen wir zuerst zum Tokyo Tower, einem Eiffelturm Look-alike in wir letztlich alle nicht rein wollten, weil er als ueberteuerte Touristenfalle gilt. Stattdessen haben wir von unten aus ein Foto geschossen. Die Aussicht ueber ganz Tokyo genossen wir stattdessen im Tokyoter Rathaus. Im 45. Stock gab es eine kostenfreie Aussichtsplattform von der man ganz Tokyo ueberblicken konnte. Und die Stadt nahm kein Ende. Wohin man blickte: ein Meer aus Gebaeuden mit wenigen versprengten Gruenflaechen. Leider war es zu neblig um den Fuji zu sehen. Zufaelligerweise trafen wir aber noch Gabi, eine weitere Japanologin, dort, die mit ihrem Freund unterwegs war. Nach einem Mittagessen bei Royal Host (die Bedienung war tatsaechlich geradezu koeniglich hoeflich ^^) im Schatten der vielen Hochhaeuser Shinjukus ging es nach Akihabara, dem beruhmten Elektronikviertel Japans, in dem sich alle Otakus (die japanischen Anime-Manga-Spielefreaks und Stubenhocker) rumtreiben, wenn sie mal nicht zu Hause hocken. Ich bin zwar in unzaehlige Laeden gerannt und hab mir alles moegliche angesehen, aber gekauft habe ich nichts. Den Wii schon gar nicht, denn nach der Ankunft in Tokyo wurde mir schnell klar, dass mein jetztiges Geld erstmal fuer den Urlaub hier draufgeht. Ich bin dann wieder rechtzeitig zurueck zum Hotel, hab noch ein bisschen Verpflegung besorgt und ging dann nochmal los um nach CDs von Susumu Hirasawa zu schauen, der auch in seiner Heimat Japan nicht sehr beruehmt ist. Ich ging in den Laden Disk Union, ein dunkler, eher enger Laden, der schon so aussah, als koenne er Susumu Hirasawa im Angebot haben und tatsaechlich fand ich auch eine CD. Auf Nachfragen wusste der Mann an der Kasse sofort bescheid und fragte auch gleich, ob denn auch CDs von seiner Band P-MODEL in Ordnung sein und drueckte mir einen Batzen zum Durchschauen in die Hand. Ich hab dann am Ende die neueste von Hirasawa allein (dem Soundtrack zu "Paprika" anscheinend ein neuer Anime), eine alte von seiner Band und die neuste von Orange Range, einer beliebten J-Pop Band die ich hoere geholt. Abends hat dann Doro bei uns vorbeigeschaut und auch dort geschlafen, weil sie keine Lust hatte zur Wohnung ihrer Freundin am Rand der Stadt zu fahren.

Den zweiten Weihnachtstag mussten wir frueh hoch, denn es ging ins Tokyo Disney Land. Als wir losgingen fing es an zu regnen und hoerte bis spaet nachts nicht wieder auf. So goss es in Stroemen, waehrend wir durch den Park schlotterten und uns in jede naechstbeste Attraktion mit wachsender Begeisterung setzten, da uns alles gefiel, was warm und trocken war. Der Hoehepunkt war noch, als wir 50 Minuten bei kaltem Regen fuer Winnie the Pooh anstanden. Gesehen haben wir wenig (ich hielt den Kopf auch staendig nach unten um mich zu verkriechen) und mitgemacht haben wir auch nicht allzuviel (Space Mountain war sogar komplett geschlossen). Eine Erfahrung war es alles mal und irgendwie war es auch lustig, auch wenn ich am Ende meine Jacke, meine Hose, meine Socken und meine Schuhe auswringen konnte. Wir haben immerhin gut 7 Stunden durchgehalten. Nervig fand ich nur dass nach jeder Attraktion ein passender Merchandise-Shop kam um den Touristen das Geld abzunehmen, dass sie am Eingang noch nicht losgeworden sind. Am Ende sag ich dazu nur: Disney Land unter! Am Abend kam nochmal Doro vorbei und wir sind in einer kleinen aber belebten Seitenstrasse von Jimbouchou etwas essen gegangen. Da konnten wir uns das erste mal seit langem mal wieder ordentlich unter vier Augen unterhalten. Naja, alle anderen Augen konnten uns zumindest nicht verstehen ^^ Uebernachtet hat sie dann auch wieder im freien Bett bei uns im Zimmer.

Mein Gott. Ich schreib und schreib und bin erst mit dem vierten Tag der Reise fertig. Dabei ist heute schon der siebte...

Am 5. Tag, dem 27.12., dem Tag der Abreise, bin ich erstmal wieder nach Harajuku und anschliessend mit Ronja durch den Yoyogi Park. Dort wehten uns starke Windboehen dass Wasser einer vielleicht 20 Meter entfernten Fontaene ins Gesicht, als wir uns gerade am See auf einer Bank ausruhen wollten. Uebrigens sah ich in Yoyogi zum ersten Mal bewusst die Obdachlosen Japans, die die Regierung gerne totschweigt. Die lagen da zu Hauf im Park herum. Und das konnten sie auch problemlos, denn es waren bestimmt so an die 15 Grad gewesen. Tokyo ist verdammt warm im Winter! Danach ging es nochmal nach Shibuya zu Tower Records, einem ca. 6-stoeckigem CD-Laden, wo ich abermals eine CD von Susumu Hirasawa erstehen konnte. Danach habe Ronja, Doro und ich bei einem Italiener gegessen und danach sind Doro und ich in ein Cafe gegangen um nochmal etwas zu plaudern, bevor sich die Wege wieder trennen. Abends gab es dann ein grosses Abschiedsessen im Tokyo Dome bei Bubba Gump Shrimp Co., einem Shrimp-Restaurant dass von dem Film Forrest Gump inspiriert ins Leben gerufen wurde. Dort gab es wirklich riesige Protionen. Ronja und ich teilten uns eine Protion Shrimps mit Pommes und einen "Mud Pie" ein Stueck Eistorte an dem am Ende 4 Leute gegessen haben, bevor er endlich aufgegessen war. Anschliessend sind wir zu unseren Bussen gefahren. Ich bin zusammen mit Ronja, Mercy, Bento und Caro nach Osaka gefahren, waehrend Dannz mit Doreen und Timo nach Hiroshima aufbrach und Doro und Marlies zurueck nach Nagoya fuhren. Nur Sven blieb noch etwas in Tokyo. Auf der Fahrt sassen wir zu fuenft auf der Rueckbank und es war wieder mal sehr unbequem und schlafarm. Lustig war, dass ich 3 Uhr nachts - Abfahrt war um 21:30 Uhr gewesen - Doro und Marlies auf einer Raststaette traf, an der auch deren Bus hielt, der allerdings erst um 23 Uhr aufgebrochen war.

28.12. ca. 8 Uhr: Ankunft Osaka. Zuerst bin ich den anderen in deren Wohnheim gefolgt, wo ich erstmal Ronjas Dusche benutzen durfte um mich frisch zu machen. Hab mich in Ruhe mit ihr in ihrem zimmer unterhalten und ein bisschen DS mit ihr gespielt und sie hat auch fuer mich Essen gekocht ^^ Sie brachte mich dann zu meinem Hotel hier in Osaka und zeigte mir noch DenDen Town, dem Elektronik-Viertel hier, dass aehnlich wie Akihabara ist. Allerdings scheint es hier teilweise noch billiger zu sein und ich habe auch einen Laden mit vielen deutschen und internationalen Brettspielen entdeckt. Dort verkaufen sie natuerlich auch die Siedler von Catan, Carcassonne und auch Bohnanza. Immer schoen mit japanischer Anleitung eingeschweisst. Die Gegend hier in Osaka ist komplett anders als in Tokyo. Die Gebauede sind nur etwas kleiner, aber dafuer dreckiger und aelter und im Gegensatz zu den jungen feschen Tokyotern laufen hier eine Menge alter Leute herum, die aussehen, als seien sie Sozialhilfeempfaenger die ihr Geld beim Pachinko (japanische Spielautomaten) verspielen. Ich bin sehr frueh eingeschlafen und hab mich 12 Stunden noetigerweise ausgeruht bevor ich in Ruhe aufgestanden bin, mich in der einzigen Dusche fuer 100 Gaeste (die Japaner bevorzugen zum Glueck dass oeffentliche Bad hierim Haus) frisch gemacht und bin nach Tennouji aufgebrochen, wo ich um 11 Uhr mit Ronja und den beiden Japanerinnen, die ich letztes Jahr bei der Summer School betreut habe, Maria und Tomoyo verabredet war. Das tat gut, die beiden nach 16 Monaten mal wiederzusehen, zumal der Kontakt per E-Mail eher spaerlich war. Wir sind ein wenig durch Teile der Stadt gebummelt, die auch weniger verdreckt waren, und sind mit einem merkwuerdigen Riesenrad gefahren, das nicht im Kreis sondern eher in ovaler Form fuhr, wobei die Kapsel sich mitdrehte, und der innere Teil alle paar Sekunden nachkorrigieren musste um nicht zu kippen (Maria war das unheimlich ^^). Dafuer ging es auch streckenwiese gerade nach oben und gerade nach unten. Die Aussicht ueber Osaka war nett, wenn auch weniger ueberwaeltigend als in Tokyo. Wir haben dann noch lecker Frittiertes am Spiess gegessen in einem auf Reggae getrimmtem Restaurant mit japanischer J-Pop Musik (solche Lieder die in Richtung R&B gehen). Anschliessend ging es zum Osaka Schloss. Das war zwar geschlossen, aber es war auch von aussen nett anzusehen und wir konnten noch lustige Fotos schiessen bei diesen Aufstellern, wo man seinen Kopf durchsteckt. Danach sind wir noch zum Karaoke gegangen, wo sich die beiden Japanerinnen beeindruckt davon zeigten, was ich alles an japanischen Liedern kannte. Das war ein sehr schoener und lustiger Tag mit Maria und Tomoyo und Ronja. Morgen fahre nach Kyoto, Japans ehemaliger Hauptstadt vor Tokyo, wo ich mich mit Maria treffe und uebermorgen fahre ich nach Nara, Japans ehemaliger Hauptstadt vor Kyoto, wo ich mich mit Tomoyo treffe. Die beiden sind so knuddelig, dass ich sie am liebsten in Gepaeck stecken und mit nach Fukui nehmen moechte ^^

So, hab ich doch alles aufgeschrieben, auch wenn's teils etwas fluechtig ist. Fotos kommen erst spaeter. Ich leg mich wieder hin, damit ich morgen frueh fit bin.

Donnerstag, Dezember 21, 2006

Ich hau hier ab!

Und zwar für rund 10 Tage nach Tokyo und Osaka über Weihnachten und Neujahr. Morgen um 22 Uhr geht es mit dem Nachtbus nach Tokyo, wo ich mich mit den anderen Japos aus HH treffe und wir dann gemeinsam Weihnachten feiern. Am 27. geht es dann mit dem Nachtbus von Tokyo aus nach Osaka, wo ich mit einigen Hamburgern Silvester und Neujahr verbringen werde. Ich werd auch mal wieder Maria und Tomoyo von der Summer School letzten Jahres wiedersehen. Am 2. Januar geht dann abends mit dem letzten Zug zurück nach Fukui.

Sonntag hatte Lars sein "Debüt" als Koto-Spieler. Die Koto ist eine Art japanische Harfe und ist auf dem Foto auch gut zu sehen. Er ist schon seit einiger Zeit im Club für traditionelle japanische Musik (an der Uni gibt es viele verschiedene Clubs, die in der Regel auch gebührenfrei sind) und hat auch lange geübt für seinen großen Auftritt. Er hat sogar extra was unauffälliges schwarzes zum Anziehen für den Auftritt gekauft und sogar sein Stirnband hatte er zuerst weggelassen - auf Anraten anderer Clubmitglieder - aber dann sofort wieder aufgesetzt, als die Lehrerin meinte, er könne es ruhig tragen. Ich hab auch den gesamten Auftritt von Lars in seiner über 3-minütigen Länge als Video aufgenommen. Insgesamt ging die Vorstellung anderthalb Stunden und es wurden 7 Stücke präsentiert die auf Koto, Shamisen, Shakuhachi und einer 17-seitigen Koto gespielt wurden. Lars hat nur in einem Stück mitgespielt, aber immerhin. Der Raum war übrigens relativ klein und übermäßig beheizt, wie alle Räume hier zur Zeit. Außerdem klappern die Heizungsrohre beizeiten derart ominös, dass man glaubt, es müsse gleich platzen oder zusammenbrechen.

Am Montag waren Lars, Kathrin und ich beim Bounenkai, ein Treffen um das Jahr zu vergessen dem Namen nach. Es gab Nabe satt. Und wenn ich satt sage, meine ich SATT! Nabe ist Eintopf mit Gemüse und Fleisch und Mochi (siehe Dannys Blog). Das allein ist schon viel. Dazu gab es für einen Preis all inclusive eine Trinkbar, eine Salatbar, Reis soviel man wollte und sogar Eis soviel man wollte. Wir sind dann nach Hause gerollt. Mit uns waren noch Aika, Naoko und zwei Freundinnen von Aika, Eri und Yuuko. Es war sehr lustig und wir haben uns gut unterhalten. Das Restaurant selbst war allerdings nicht sehr schick und sah sogar eher heruntergekommen aus. Naja, Hauptsache es schmeckt ^^ Auf dem Weg dorthin habe ich auch mal den Weihnachtsbaum vor dem Seibu Kaufhaus in der Innenstadt fotografiert.
Das Ding ist relativ hoch und absolut künstlich. Es ist auch kein Baum sondern Tannensträuche, wahrscheinlich falsche, ich hab's nicht genau begutachtet, die man Pyramidenförmig um eine Straßenlaterne gelegt hat. Das ganze ist behangen mit bunten Glocken etc. wie man sieht und Lichterketten die abwechselnd in unterschiedlichen Farben leuchten. Sehr amerikanisch das ganze.

Am Dienstag war mal nur Lars bei mir zu Gast. Wir haben uns zusammengestzt, weil wir für den Kuwabara-Kurs, in dem wir Reden halten, eine Power Point Präsentation machen sollen und das auch zu zweit geht. Wir mussten uns erstmal nur auf ein Thema festlegen (zur Auswahl standen Verbesserungen der Uni Fukui und Verbesserungen des Lernerfolgs, wie weit gefächtert und vielfältig!). Das war schnell getan und danach haben wir uns über Videspiele unterhalten ^^ Da konnte ich zum ersten Mal seit langem´wieder ganz ungeniert darüber reden. Der arme Lars ist auch auf Entzug, weil er nix dabei hat. Deshalb will er sich auch demnächst etwas kaufen um wieder daddeln zu können.

Am Mittwoch war die Viererbande aus Hamburg wieder versammelt und wir haben Whisper of the Heart, a.k.a. Mimi wo Sumaseba angesehen, einem sehr guten Animefilm aus den Ghibli Studios, der aber nicht von Hayao Miyazaki (Chihiros Reise ins Zauberland) ist und auch nicht im Fantasygenre angesiedelt ist. Stattdessen ist er sehr realistisch und nun da ich selbst in Japan lebe, erkenne ich auch die vielen Details aus dem Alltagsleben hier, die dort eingefangen sind. Sogar meine Haustür habe ich wiedererkannt. Die gibt es wohl im ganzen Land in der Bauart.

Zu guter letzt noch ein Foto von unserem Betreuer und Deutschlehrer Hayashi Sensei im Klassenzimmer. Man kann es nicht anders als Klassenzimmer nennen, denn genau so sieht es aus: wie in der Schule ^^


So das war's auch erstmal wieder. Morgen geht dann nach Tokyo und ich werde meinen Laptop hier lassen. Deshalb gibt es eventuell erst im nächsten Jahr ab dem 3. Januar wieder was zu lesen. Ich versuche trotzdem mal, zwischendurch was zu posten, aber Fotos sind erst im neuen Jahr zu erwarten. So wünsche ich dann allen da draußen Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr! メリークリスマス!よいお年を!

Samstag, Dezember 16, 2006

Die Wochenschau

Letztes Wochenende habe nwir Hamburger uns mal wieder zusammengesetzt und zwar wie üblich bei Elena. Lars eigentlich aus gesundheitlichen Gründen abgesagt und als Ersatz war Ken, der 5. Hamburger in Fukui, der schon seit letztem Jahr hier ist, im Gespräch, doch der war in Osaka. Lars kam dann aber trotzdem und so haben wir Spaghetti mit Pastasauce aus der Tüte und dazu Brot mit Schinken aus Deutschland gegessen, unheimlich viel geplaudert, häufig auch draußen in der Raucherpause für Lars und Kathrin alle 1 bis 2 Stunden, und den Borat Film geguckt. Borat ist das neueste Werk eines englischen Comedians, der für seine Figur Ali G berühmt ist. Er verkleidet sich als Kasachstanischer Journalist und zieht mit Kameramann und Manager durch die Staaten und bricht dabei jedes erdenkliche Tabu. Er singt eine Lobeshymne auf Kasachstan zur amerikanischen Nationalhymne vor mehreren Tausenden Rodeofans, bringt ungeladene Gäste zu Dinnerparties und läuft bei einer live Wettervorhersage ins Bild um dem Wettermann Guten Tag zu sagen. Lars war der Film teilweise zu peinlich ^^

Am Dienstag hatte ich ein echt tolles Erlebnis. Ich hatte mir Maoam-ähnliche Kaubonbons gekauft und als ich den zweiten im Mund hatte, merkte ich plötzlich ein Knacken im Mund und etwas hartes in der Gummimasse: meine Zahnkrone hatte sich gelöst. Sehr toll! Ich hab erstmal meinen Vater angerufen, der gerade kurz davor war zur Arbeit zu fahren. Er meinte, dass sei nicht so schlimm. Der nächstbeste Zahnarzt würde mir das in Null,Nichts wieder einsetzen. Ich hab dann Aika per Mail gefragt, was ich für den Zahnarzt anPapieren bräuchte. Wir haben dann noch kurz telefoniert und sie meinte, auch wenn es nichts schönes sei, so wäre es doch eine gute Erfahrung einmal bei einem japanischen Zahnarzt gewesen zu sein. Toller Trost -_-' Naja, ich hab dann am nächsten Morgen die Geschichtsvorlesung geschwänzt und bin stattdessen zum Zahnarzt gefahren. Ich musste zwar gut 50 Minuten warten bis ich dran kam, 50 Minuten in denen ich immer wieder auf das bereitgestellte Lesematerial schielte und mir dachte, wenn ich das jetzt in die Hand nehme, werde ich bestimmt sofort aufgerufen. Die Behandlung an sich ging relativ fix. Kurz durchchecken, kurz am Zahnstummel bohren, kurz an der Krone bohren, passen, bohren, passen, bohren und einsetzen. Zwischendurch kümmerte sich der Arzt dann noch um den anderen Patienten im Nebenraum, bzw. in der Nebenparzelle, denn es war ein Raum mit Stellwänden unterteilt. Merkwürdig fand ich, dass ich am Eingang zwar meine Schuhe aus- und Hauslatschen anziehen musste, der Zahnarzt und seine (junge, hübsche) Helferin mir aber mit bloßen Händen ohne Handschuhe im Mund rumwühlten. Naja, ich vermute mal, die werden sich die Hände gewaschen haben. Entgegen meinen Befürchtungen war es mit ca. 5 Euro auch sehr günstig.

Am Donnerstag war ich dann nochmal auf Gut Glück losgefahren um den Wii zu suchen. Statt des Wiis fand ich aber eine wärmere Jacke als meine bisherige, mit der ich schon geliebäugelt hatte, mit 30% Rabatt. Ich hatte mir 5000 Yen (ca. 33 Euro) als Budget für eine Winterjacke festgesetzt und hatte auch schon günstige für 2-3000 Yen gefunden. Diese Jacke kostete mit Rabatt 5500 Yen und sah nicht ganz so mollig warm aus, wie einige andere Winterjacken. Aber ich fand, dass sie gut aussieht und hab sie mir deshalb gekauft. Sehr ungewöhnlich für mich, dass ich eher aus kosmetischen als aus pragmatischen Gründen etwas kaufe.

Abends waren dann Lars und Kathrin bei mir (Elena war schon und ist noch in Tokyo) und wir haben mal wieder Siedler gespielt, wie üblich über Gott und die Welt geredet (und uns über die sinnlosen Maßnahmen der deutschen Regierung zum Thema Killerspiele aufgeregt) und wir haben auch Mag Blast gespielt, ein Weltraum-Schlachten-Kartenspiel für große Kinder, bei dem man seinen Gegner nicht trifft, wenn man nicht ein entsprechendes Schussgeräusch von sich gibt (Pjuu Pjuu, Bzzzt, Zooom, etc.) und es hat den beiden gefallen. Ich und Andi sind also nicht die einzigen Bekloppten die an diesem albernen Spiel gefallen finden ^^

Freitag habe ich mir endlich mal die Haare schneiden lassen. Der Ladenbesitzer war noch relativ jung, Mitte 30 vielleicht, und hat mit mir den typischen Small Talk betrieben. Ich fühlte mich durchaus an meine Sitzungen beim Friseur in Hamburg erinnert, weil mal wieder die Frage danach aufkam, wieso ich Japanisch studiere. Als ich vom Wii erzählte, meinte er, dass er seinen Kindern zu Weihanachten einen Nintendo DS schenken würde, aber Pscht! Die bringt ja der Weihanchtsmann! Er hat sogar 20000 Yen dafür bezahlt, mehr als der Ladenpreis. Das heißt wohl, dass er das Gerät privat erwerben musste, da es ähnlich wie der Wii derzeit vergriffen ist. Muss ein schönes Gefühl sein, seinen Kindern das schenken zu können, was sie sich wünschen :-)

Heute, also Samstag, bin ich früh aufgestanden. Ich hatte mies geschlafen und lag seit Viertel vor 6 wach und bin dann eine Stunde später aufgestanden. Auf dem Plan stand der Kauf des Wii. Ich hatte gelesen, dass Toys'r'us heute 54 Wii bekommen sollte. Ich hab erstmal gefrühstückt, geduscht und ein bisschen am PC gespielt, bevor ich dann zeitig um 9:15 Uhr los bin. 15 Minuten später war ich angekommen, eine halbe Stunde, bevor der Laden seine Pforten öffnet, aber die Leute standen schon Schlange und der Wii war bereits ausverkauft, bzw. alle Wiis hatten schon ein zukünftiges Herrchen oder Frauchen in der Schlange stehen. Ich bin sofort weiter zum nächsten Laden, der aber schon seit 9 Uhr geöffnet hatte. Kein Glück. Dann weiter zu einem anderen, wieder gut 15 bis 20 Minuten Fahrt, jede 2. Ampel war rot, und aus den Seitenstraße kamen ständig Autos auf den Bürgersteig gerollt um mir den Weg zu Versperren. Als ich ankam war es kurz vor 10. Ich stand als Nummer 9 in der Schlange. Dann kam ein Mann raus mit einem Bündel Zettel in der Hanf. Bestimmt ein Dutzend oder mehr. "Wer möchte einen Wii?" fragte er und die Leute hoben Ihre Hände. 1, 2, 3, 4, 5 , 6. "So, mehr Wii haben wir nicht. Wer möchte einen Nintendo DS Lite?" Stille... Weiter zum nächsten Laden. Wieder 15-20 Minuten rasanter Fahrt. Ich sah noch eine Japanerin mit einem Wii den Laden verlassen. Entmutigt frage ich den Verkäufer: "Der Wii ist ausverkauft, stimmt's?" Es kommt natürlich die Standardantwort, ausverkauft, tut uns schrecklich Leid, wir wissen nicht genau wann es wieder neue gibt, aber sie kommen bestimmt demnächst. Und wieder zurück nach Hause, nochmal 10-15 Minuten schlecht gelaunter Fahrt. Zu Hause angekommen habe ich erstmal die klitschnass vollgeschwitzte Kleidung (die neue Jacke ist wirklich schön warm) beiseite geworfen und bin nochmal unter die Dusche gegangen.

Um halb zwei hab ich mich dann mit Aika getroffen und wir sind zu einem der großen Einkaufszentren weiter außerhalb gefahren, weil sie ein wenig shoppen wollte und wir die Woche noch nicht wie eigentlich geplant bei Mister Donut waren. Ich hab heute einiges über japanische Mode, männliche Modemodels und natürlich Aikas Ansichten zu Mode erfahren. Sie hat mir auch ein paar Sonnenbrillen aufgesetzt und meinte ich würde damti gut ausehen. Sie hatte mich auch gefragt, warum ich kein Loch für Ohrringe hätte und das mir Ohrringe sicher stehen würden, aber ich bin da anderer Meinung. Außerdem halte ich nicht viel davon, mir eine Nadel durchs Ohr zu stechen, damit ich mehr Geld für Accessoires ausgeben kann - als wenn ich das überhaupt tun würde. Auf dem Rückweg hab ich ihr noch ein paar wichtige deutsche Sätze für den Verkehr mit auf den Weg gegeben, wie z.B. "Sieh zu!" "So ein Sonntagsfahrer!" oder "Typisch Frau am Steuer!".

Freitag, Dezember 08, 2006

To Wii or not to Wii...

Die letzte Woche stand bei mir im Zeichen des Wii. Vielleicht kennt ihr ja den alten englischen Spruch "There is no 'i' in 'we'". Tja, jetzt sind's gleich zwei, denn Nintendos Konsole steht jetzt in den Läden. Okay, hauptsächlich sind es Leerverpackungen zur Dekoration und Schaugeräte, die in Vitrinen eingeschlossen sind, denn sowohl in den USA (und ganz Amerika) als auch in Japan ist das Gerät quasi vergriffen. Die letzten 176 Einheiten bei Toys'r'us Japan werden per Los übers Internet verkauft. Ich selbst hatte von vornherein vorgehabt mir einen Wii zu holen, war dann aber aus finanziellen Gründen ins Stutzen gekommen und hatte den Plan zeitweise verworfen. Einen Tag vor dem Verkaufsstart in Japan habe ich mich dann umentschlossen und wollte nun doch wieder einen Wii haben. Ich war aber erstens zu spät und zweitens unvorbereitet. Die meisten Läden haben nur Geräte verkauft, die vorbestellt waren. Ich hätte also genau wissen müssen, wo das Gerät normal verkauft wird und wann dieser verdammte Laden öffnet. Naja, Pech gehabt. Die ersten 400.000 Exemplare sind so gut wie weg. Ronja hat zwar gestern noch eins in Osaka erspäht, aber das bringt mir im Moment leider wenig. Bis Ende des Jahres will Nintendo aber noch weitere 600.000 Exemplare in die japanischen Läden bringen, sagt aber noch nicht konkret wann. Es könnte also jederzeit soweit sein und ich bin schon gestern und heute auf gut Dünken losgezogen um zu schauen, ob es denn wieder welche gibt, aber Pustekuchen. Also habe ich einfach bei Takarajima Oukoku (Königreich Schatzinsel) den Wii vorbestellt. Die Nummer im 4-stelligen Bereich auf meiner Quittung lässt aber nicht unbedingt auf eine schnelle Lieferung hoffen. In der Zwischenzeit sinken die Preise für XBox360 und alle Vorgänger, PS2, XBox und Game Cube. Ich hätte ja auch gerne eine PS2 gehabt, aber wenn, dann nur mit Modchip, damit ich FFX und FFXII auf Englisch spielen kann, aber Modchips kennen sie hier wohl nicht. Bleibt noch der neueste Emulator für den PC, aber der spielt FFX nur mit ca. 50-80% der Normalgeschwindigkeit ab und die schönen Videos sind ebenfalls ruckelig in Bild und Ton, was doch sehr die Atmosphäre drückt. So harre ich nun der Dinge und lasse mir von Danny, der bereits ein Exemplar des Wii ergattern konnte, den Mund wässrig machen.

Mit anderen Worten: die Welt der Spiele, Pardon "Killerspiele" (schließlich sind doch alle Spiele irgendwo brutal, auch der fiese Mario, der wehrlosen Schildkröten auf den Kopf hüpft) hat mich wieder. Das liegt natürlich hauptsächlich daran, dass ich mich eingelebt und alle Amtgänge erledigt und meine Wohnung eingerichtet habe. Außerdem halten sich die Hausaufgaben auch in Grenzen oder vielleicht bin ich schneller bei der Abarbeitung geworden. Der Eigaseisaku Saakuru (Filmemacher Club), dem ich unbedingt beitreten will und das schon seit vor meiner Abreise nach Japan, liegt immer noch brach, weil das letzte Projekt wohl noch in der Endphase ist und die richtige Aktivität erst demnächst wieder aufgenommen wird. Das höre ich jedenfalls seit rund 2 Monaten. Ja, über 2 Monate bin ich jetzt schon in Japan und will lieber gar nicht erst daran denken, wieviele dann nur noch bleiben. Ich vermisse deutsches Essen, Tiefkühlpizzen, Haribo, Salmiak-Pastillen, Grünkohl und Frucht-Eistee. Am meisten vermisse ich wohl gut isolierte Wohnungen, denn meine kühlt immer in Null,Nichts aus. Auch Heizungen sind hier fremd. Stattdessen gibt es nur Air Conditioner mit Heizfunktion, die die Luft schnell austrocknen lassen und viel Strom brauchen. Man muss sich hier wohl anschnallen, wenn der Winter kommt. Die Gärtner im Land scheinen das sogar sehr wörtlich zu nehmen und binden die Äste der meisten Bäume mit Seilen fest, so dass der demnächst kommende Schnee (es ist schon welcher gefallen, aber man sieht ihn bestenfalls auf den Kuppen der höchsten Berge hier) die Äste nicht umknickt.

Da ich in letzter immer noch viel mit Fahrrad umherziehe um interessante Läden (sprich alles was Videospiele oder PCs, die hier eher rar sind, hat) zu aufzuspüren/abzuklappern, konnte ich inzwischen auch ein paar Feststellungen zum Verkehr in Japan machen. Zunächst einmal: das Auto hat immer Vorfahrt. Kommt ein Auto aus einer Seitenstraße oder einer Auffahrt, fährt es rasch an die Hauptstraße heran und schaut dabei nach anderen Autos und hält erst genau dort, wo die Hauptstraße anfängt, also genau an der Stelle, an der ich eigentlich gerne mit meinem Fahrrad längsfahren würde. So muss ich häufig einen Bogen um solche Vordrängler fahren, die nicht den Anstand/Verstand besitzen, auch nach Verkehrsteilnehmern außerhalb von Autos Ausschau zu halten. Zweitens: Rot ist auch nur eine Art von Grün. Es mag daran liegen das Grün- und Rotphasen bei den Ampeln hier nach gefühlter Zeit in etwa doppelt so lang sind wie in Deutschland, jedenfalls aber sehen die Japaner das mit dem roten Lämpchen nicht si kleinkariert wie wir Deutschen. Klar gibt es da noch das gelbe Lämpchen das vorher schon warnt, dass es bald rot wird, aber der letzte Wagen in einer Gruppe fährt immer noch rüber, wenn es schon rot ist. Ungünstig, denn viele Japaner, die es nicht abwarten können weiterzukommen, schauen nicht auf die eigene Ampel, sondern schielen stattdessen hinüber zur Querstraße und warten, dass dort rot wird, um dann sofort loszufahren, egal ob sie selbst schon grün oder noch rot haben. Sie kennen aber auch kein Rotgelb hier. Drittens: Bürgersteige sind praktische Parkplätze. Wenn der Platz nicht reicht, oder man es eilig hat, wird der Bürgersteig gerne als Parkplatz genutzt. Passiert ja auch in Deutschland, aber wirklich schlimm sind Autos auf Auffahrten, die mit Ihrer Schnauze 70% eines eh zu schmalen Bürgersteigs blockieren. Viertens: Beschwerden spricht man nur im privaten Kreis des Innenraum seines eigenen Wagens aus. Hupen als Beschwerdemittel scheint verpöhnt zu sein. Ist ja auch unangenehm laut und auffällig. Fünftens: Ich hab sie bisher nur einmal erlebt, aber es gibt hier Wassersprenkler im Mittelstreifen der Straße, die bei Schnee eingesetzt werden um diesen zu entfernen. Es war wohl ein Testlauf, denn Schnee lag keiner. Beim Überqueren der Kreuzung haben sie mich aber trotzdem angespritzt. Sehr toll.