Das Ende vor Augen...
Ich bin nunmehr seit 11 Monaten und ca. einer Woche in Japan und es trennen mich, sofern ich nicht unverhofft im Lotto gewinne, nur noch 14 1/2 Tage von meiner Abreise. Heute sind Lars und Kathrin nach Osaka aufgebrochen, wo Kathrin noch heute und Lars dann morgen abfliegen wird. Das heisst, dass die Hälfte unserer Fukui-Clique schon weg ist. Das Gefühl, zu wissen, dass einem nur noch 2 Wochen bleiben, bevor man seine 777 Sachen packt und dem Land auf unbestimmte Zeit den Rücken zukehrt. Keine Möglichkeit, mal schnell vorbei zu kommen, mal einen Abstecher übers Wochende machen zu können. Ein Jahr (grob übern Daumen gepeilt) ist eine relativ lange Zeit, in der man sich ein neues, vom alten nahezu unabhängiges Leben aufbaut, und eben dieses Leben nimmt nun demnächst ein allzu endgültiges Ende. Ich werde nicht wieder als Student an die Uni Fukui kommen können. In absehbarer Zeit ist bestenfalls ein kurzer Urlaub möglich und selbst wenn ich später einmal wieder in Fukui leben sollte, wären bis dahin viele Leute, die ich hier kennengelernt habe, bis dahin schon weggezogen sein.
Was also nimmt man mit, wenn alles zu Ende ist? Zwei Wochen mögen noch etwas früh sein, aber letztlich ist es hauptsächlich die Summe an Erfahrungen und Erinnerungen, die man mitnimmt. Ich kann nicht sagen, ob ich mich verändert habe, aber Erfahrungen habe ich auf alle Fälle gewonnen. Welche Kontakte dauerhaft erhalten bleiben ist immer schwer abzusehen, aber meist sind es eher wenige. Am sichersten ist wohl, dass unsere Fukui-Clique weiterhin befreundet bleibt. Danach kommt wahrscheinlich der Kontakt zu Aika, meiner Tutorin, die mich vor allem das erste halbe Jahr auf vielen Schritten (hauptsächlich zu Ämtern und ähnlichem) begleitet hat. Natürlich nehme ich auch einiges Materielles mit, dass sich im Laufe der Zeit angesammelt hat, nicht zuletzt auch einiges, was tatsächlich meinem Studium dienen wird.
Wenn man zurück schaut, ist ein Jahr doch sehr viel kürzer, als man denkt. Als ich in Japan ankam, war das Ende noch nicht einmal absehbar. Alles war neu und anders und es gab so unglaublich viel zu entdecken und zu tun, dass man nicht einmal daran gedacht hat, dass dieses Jahr mal zu Ende gehen könnte. Wenn dann die Halbzeit naht, mekrt man zum ersten Mal, wie schnell die Zeit tatsächlich dahin fliegt. Nach einem halben Jahr gab es noch immer so viel Unentdecktes, so vieles, was man noch tun wollte und auch ein weiteres halbes Jahr später steht es nicht anders damit. Am Ende des Jahres macht man sich, egal wie es verlief, Vorwürfe. Man hätte dies noch machen sollen, jenes hätte man besser machen müssen, und man hätte sich doch mehr mit Person X treffen sollen. Und man hätte mehr lernen sollen ^^ Aber so ist das Leben. Der Mensch kann nicht wider seine Natur, wie man sagt. Jeder hat seine Art zu leben, ganz gleich, wo er lebt. Old habbits die hard. Lebensstile ändern sich nicht so schnell. Es ist normal irgendwann auch in Japan in einen Alltag zu verfallen, der dem in Deutschland nahe kommt. Man darf sich keine Vorwürfe machen. Lieber daran denken, was man gewonnen hat, anstatt daran, was man verpasst oder gar verloren hat. Dieses Jahr war eine wunderbare Zeit für mich, die ich nie vergessen werde, sofern mich nicht Alzheimer oder andere biologische Umstände dazu zwingen >_< Wahrscheinlich bin ich einen Tick erwachsener geworden in diesem Jahr. Einen Tick reifer. Einen Tick älter -_-;
Nachdem ich soviel unternommen habe, soviel rumgereist bin und soviel probiert habe, fragen mich die Japaner ständig, welches japanische Essen mir am besten geschmeckt hat, wo es mir am besten gefallen hat und was mir am meisten Spaß gemacht hat in diesem Jahr. Ich habe viel gegessen, was mir gut geschmeckt hat, einiges, was mir nicht so gut geschmeckt hat, und weniges, was mir gar nicht geschmeckt hat. Was war am besten? Keine Ahnung und es ist auch völlig egal. Man muss seine Lieblingsessen ja auch nicht durchnummerieren. Ich bin an vielen Orten gewesen. Ich war in Großstädten wie Tokyo, Osaka, Nagoya und Hiroshima, in alten, traditionsreichen Städten wie Kyoto und Nara, ich war in Himeji, Toyama, Kanazawa, Takaoka, und Gokayama und ich war in vielen Orten in der Präfektur Fukui: Fukui selbst, Sabae, Katsuyama, Mikuni, Maruoka, Eheiji, Oono. Jeder Ort hatte etwas, das kein anderer Ort hatte und vieles, was man überall findet. Jeder Ort hat seinen Charakter und seine Reize. Wo war es am besten? Keine Ahnung und es ist auch völlig egal. Es hängt auch viel davon ab, wie das Wetter war, wie ausgeschlafen man war, wie sehr die Sonne brutzelte, wieviel Pech oder Glück man hatte. Ich habe vieles unternommen in meiner Zeit in Japan. Ich habe studiert, ich bin gereist, ich war in Museen, ich habe eingekauft, ich habe bei Veranstaltungen mitgewirkt, ich habe im Filmclub bei der Filmproduktion mitgewirkt, ich war beim Karaoke, ich hab gefaulenzt, gedaddelt, gelesen, Filme geschaut, Musik gehört, mich mit Freunden getroffen, neue Bekanntschaften gemacht und vieles mehr. Es gab Alltägliches und es gab Außergewöhnliches. Was war am besten? Keine Ahnung und es ist auch völlig egal. Aber eines ist klar: wichtig ist nicht was oder wo sondern mit wem und die beste Zeit ist die, die man mit Freunden verbracht hat.

2 Comments:
今年のクリスマスも後少しですね。グリー内でもクリスマスに備えて異性と交流を持つコミュニティが活発で、自分も今年のクリスマスにお陰で間に合いました!!みなさんもイブを一人で過ごさなくても良いように、グリーで異性をGETしよう
デコログが今熱い!出会いをもとめている女の子たちをGETするのはココが近道!
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