Mittwoch, Januar 03, 2007

The Flow is back in town!

Am 30.12. war ich mit Maria unterwegs in Kyoto, dass mit der Bahn nur ne halbe Stunde vom Osaka Bahnhof entfernt ist. Wir sind den ganzen Tag durch die Stadt getigert und sind mit dem Bus von Tempel zu Tempel gefahren. Naja, eigentlich nicht so viele Tempel. Ich war im Sanjuusangendou (Der Halle mit 33 Gen Breite = 34 Pfeiler in einem Abstand von je ca. 2m oder so, in der 1000 mannhohe Buddha-Statuen aufgestellt waren gemeinsam mit einer größeren und 28 Wächtern. Auf dem Weg von dort zum Kiyomizudera traf ich dann auch Ruth und ihren Freund, die dort zufällig unterwegs waren, doch am Kiyomizudera hatten wir uns dann wieder verloren ^^ Der Kiyomizu ist bekannt dafür, recht hoch zu sein und dass sich immer wieder Leute vom Geländer in den Tod gestürzt haben. Dort hab ich dann mit Maria Udon gegessen bevor es weiter zum Ginkakuji, dem Silbertempel ging. Sehr hübscher Garten, aber ein kleiner, alter und unbeeindruckender Tempel. Sieht eher wie ne größere Hütte aus. Danach habe ich mir weitere Tempel gespart, denn alle kosten Geld und es wurde auch langsam spät, so dass man nicht mehr überall reinkommt. Wie das Nijoujou, dass ich nur von außen sehen konnte. Danach sind wir noch etwas durch die Innenstadt getigert und nach einem Abendessen und viel Quatschen bin ich dann zurück nach Osaka gefahren.

Tags drauf am 31.12. war ich dann in Nara, wo ich mit Tomoyo verabredet war. Wir sind die ganze Zeit zu Fuß durch Nara gegangen, was auch ging, da Nara nicht so groß ist wie Kyoto (oder Osaka oder Tokyo und alles sehenwerte lag sogar näher beisammen als so einige Örtlichkeiten in Fukui). Ich hab unter anderem den Toudaiji, einen sehr alten großen Tempel, in dem der größte überdachte Bronzebuddha der Welt (fast 15m hoch) steht, besichtigt und den Nigatsudou und den Kasugataisha. Außerdem ist der äußere Teil (wo die Tempel sind) voll von Hirschen, fast alle ohne Hörner, für die die Stadt berühmt ist. Die Hirsche gelten natürlich als heilig. Tomoyo machte den Fehler, Futter für die Hirsche zu kaufen. Die haben sich dann sofort darum gedrängt und Tomoyo flüchtete zu meiner Schadenfreude sichtlich erschrocken vor den vielen Vierbeinern und warf ihnen schleunigst alles Futter vor die Füße. Natürlich ließen sie noch nicht sofort ab, da sie das Futter an ihr riechen konnten ^^ In Nara hab ich auch ein leckeres Mochi und ein Okaki, einen gewürzten Reiscracker, so groß wie eine Scheibe Knäckebrot, gegessen. Aus Nara, wie Kyoto eine halbe Stunde mit der Bahn entfernt vom Osaka Bahnhof, bin ich etwas früher abgereist, da es weniger zu sehen gab und ich natürlich noch erschöpfter war. Letzten Endes bin ich ja auch 11 Tage am Stück ständig unterwegs gewesen. Sehr anstrengend. Jedenfalls wollen sowohl Maria als auch Tomoyo mich mal in Fukui besuchen kommen. Dazu sag ich nur: いらっしゃいませぇぇ! (in etwa: "Hereinspaziert!")

Den Silvesterabend hab ich eher ruhig im Wohnheim mit Ronja, Danny, Timo und Dorenn bei Kartenspielen und Kouhaku verbracht. Kouhaku ist ein jedes Jahr zu Silvester stattfindender Gesangswettbewerb, bei dem Männer gegen Frauen antreten. Dort treten die berühmtesten Musiker Japans aus allen Sparten auf. Das Spektakel dauert mehrere Stunden und ist in Japan sehr beliebt. Fast 50% verbringen den Abend damit, diese Sendung anzuschauen. Nach dem Jahreswechsel sind Danny und ich auch bald gen Hotel aufgebrochen.

Am Neujahrstag, an dem die Japaner alle in die diversen Tempel strömen, bin ich mit Ronja und Danny auf Besichtigungstour gegangen. Erstmal sind Danny und ich ein wenig durch DenDen Town gestreift, dass fast vollkommen geschlossen war. Hier in Japan ist vom 1.-3.1. fast alles geschlossen, vor allem alles was staatlich ist, wie zum Beispiel die Post, bei der man in dieser Zeit nicht mal Geld per Automaten abheben konnte. Wir sind dan mit Ronja zum Hafen gefahren wo wir auf die Aufsichtsplattform des World Trade Centers gefahren sind. Ja es gibt ein WTC in Japan und es ist noch kein Flieger reingerast. Wieder unten sind wir noch im Game Center gewesen und haben unter anderem Purikura gemacht, die kleinen Abziehfotos, die man im Automaten schießt und dann mit bunten, kitschigen Extras übermalt, bevor man sie ausdrucken lässt. Danach sind wir auch noch mit einem Riesenrad gefahren, allerdings nach Sonnenuntergang, so dass man die Stadt nochmal in anderem Licht bewundern konnte. Das Riesenrad soll angeblich auch das größte der Welt sein mit ca. 115 Metern. Vielleicht ist die Info aber auch nicht mehr aktuell. Den Tag der Abreise habe ich planlos verbracht mit viel herumgerenne und ohne etwas großartiges zu machen. War nochmal in DenDen Town, war in Namba, in Tennouji (alles Einkaufsviertel diverser Art) und bin dann abends mit dem Zug zurück nach Fukui gefahren.

Heute morgen taten mir immer noch die Füße weh vom vielen Herumgerenne der letzten 11 Tage. Saß dann auch fast nur zu Hause, hab am PC gesessen, mich mit Elena unterhalten, Wäsche gewaschen, eingekauft... was man in Fukui halt so macht ^^